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Stammesgeschichte

ein Beitrag von

Heinz-Dieter Joos
Gründer des Stammes “Rochus Spiecker”

Die Wurzeln im Stamm Tilly in Freiburg-Nord…

Die Pfadfinderbewegung fand sofort nach ihrer Gründung 1907 durch den Engländer Lord Robert Baden-Powell auch in Deutschland begeisterte Jungen (und später Mädchen), die bei den “Scouts” mitmachen wollten. 1929 schlossen sich die katholisch orientierten Pfadfindergruppen zur Deutschen Pfadfinderschaft St.Georg (DPSG) zusammen. Wenige Jahre später verboten die Nazis alle freien Jugendorganisationen. Den 2. Weltkrieg überlebten nur wenige der Führungskräfte. Erst 1948 entstand die DPSG wieder.

Im April 1953 bildeten sich im Freiburger Stadtteil Zähringen die ersten beiden “Sippen”, wie sich Kleingruppen bis zu 8 Mitglieder nennen. Ihre vorläufige Heimat fanden die jungen Pfadfinder in der Pfarrei St. Blasius und da im pfarreigenen Haus St. Bernhard neben dem Zähringer Bahnhof. Schon am 1. Mai 1953 nahmen die beiden Sippen in den damals grünen Uniformen, die man aus politischen Gründen nun verschämt “Kluft” nannte, an einer größeren Veranstaltung des DPSG-Gaus auf dem Holzeck am Hinterwaldkopf teil, allerdings noch in Verbindung mit dem Stamm “Prinz Eugen”, der im Bereich Herdern/Beurbarung angesiedelt war. Im August 1953 waren die Sippen schon so eintrainiert, dass sie am grossen Landeslager auf dem Rohrhardsberg teilnehmen konnten. Dieses Erlebnis gab allen Pfadfindern viel Auftrieb. Und als der Berichterstatter danach als Lehrerstudent in einer 7. Klasse der Emil-Gött-Schule bei Oberlehrer Hugo Tremmel sein Stadtschulpraktikum absolvierte, entstand daraus ein kompletter Jungpfadfindertrupp. Damit hatte die Zähringer Pfadfindergruppe eine solche Stärke erreicht, dass sie sich am 14. September 1953 vom Mutterstamm trennen und als Stamm “Tilly” selbständig werden konnte. Stammesführer wurde der Berichterstatter; Ende der 50er Jahre ging dieses Amt an Johnny Dietrich und später an Wolfgang Busshardt über.

Der junge Stamm entwickelte eine dynamische Aktivität; der enge Gruppenraum in St. Bernhard wurde bald aufgegeben und der Stamm fand für viele Jahre in einem schnuckeligen Gartenhaus hinter “Birnbreiers” an der Berggasse Unterkunft. Zwar war es stets schwierig, Führungskräfte, die bei den Pfadfindern möglichst Volljährige sein sollen, zu gewinnen. Dennoch gelang es schon 1956 in Anneliese Mutz eine Wölflingsführerin (“Akela”) zu gewinnen. Mit der Gründung einer Wölflingsmeute (Pfadfindernachwuchs ab etwa 8 Jahre) waren alle Altersjahrgänge (Wölflinge – Jungpfadfinder – Pfadfinder – Rover) im Stamm vertreten. Um die gleiche Zeit wurde ein Fanfarenzug aufgebaut, dessen Bläser und Trommler immer wieder Auftritte hatten, und das nicht nur im pfadfinderischen Bereich, sondern auch bei den Zähringer Fronleichnamsprozessionen, im Rahmen der Zähringer Städtepartnerschaft, beispielsweise bei einem Festzug in Thun (CH), und bei mehreren Rosenmontagsumzügen in Freiburg, da allerdings in selbstgeschneiderten Landknechtskostümen.

1958 gelang es dem Stamm, im Wald des Schäflebauern im Föhrental das “Dreschenbachhaus” zu errichten, das bis heute ein Domizil des Stammes ist. Am 15. Mai 1960 wurde es in einem Festakt mit vielen Gästen eingeweiht, wobei der damalige Gaukurat Professor Karl Ruby (+) eine Feldmesse las.

Mit der Gründung der Pfarrkuratie Bruder Klaus Gundelfingen organisierten sich die von dort kommenden Pfadfinder in eigenen Sippen und 1965 trennten sich diese Gruppen vom Stamm “Tilly” und wurden als Stamm “Rochus Spiecker” selbständig. Damit endete auch die Tätigkeit des Berichterstatters im Stadtteil Zähringen.

Es geht weiter in Gundelfingen…


Es war das Verdienst des neuen Pfarrkuraten Benno Emmert, den Anstoß zur Gründung der DPSG in Gundelfingen gegeben zu haben. Ich hatte eben meine Tätigkeit als Pfadfinderführer im Stamm „Tilly“ (Freiburg-Nord) beendet, sagte zu und stand vor der zentralen Aufgabe, erwachsene Mitmacher zu finden. Und es gelang: In zäher Kleinarbeit mit manchen Fehlschlägen konnten damals bis heute immer wieder Personen gefunden werden, die sich von der Pfadfinderidee faszinieren ließen und ihr eine Zeit lang dienten. An „Mannschaft“ fehlte es nie; bis heute gibt es eine Warteliste von Kindern und Jugendlichen.
10 Jahre dauerte es aber, bis der Stamm sich so konsolidiert hatte, dass er seine Leitungskräfte auch aus den eigenen Reihen rekrutieren konnte. Wer waren nun die Pioniere der ersten 10 Jahre? 1965-1967 war die DPSG Gundelfingen eine Zweigstelle des Stammes „Tilly“. Wir begannen mit einer Pfadfindersippe unter der Leitung von Wolfgang Heßler und einem Jungpfadfindertrupp, den ich führte. 1966 stieß Eduard Greil zu uns, so dass 1967 schon ein eigener Pfadfindertrupp gegründet werden konnte. Am 1. Januar 1968 wurde der Stamm Gundelfingen unter dem Namen „Rochus Spiecker“ als selbständig anerkannt. Zum ersten Stammesführer wählten wir damals den Bundesbahnbeamten Wolfgang Bußhardt, der wie sein Nachfolger von 1969 Thomas Knäble vom Stamm Tilly zu uns wechselte. Im gleichen Jahr übernahm Jörg Futterer den Jungpfadfindertrupp. Aber die Personaldecke blieb hauchdünn. Nie konnte sich der Stamm mehr als etwa 35 Mitglieder leisten. 1970 war die Krise da: Die Leitung war am Ende. Da trat unser Siegfried Wiedemer (verstorben 1989), der als Vater eines Pfadfinders das drohende Ende des Stammes miterlebte, dem Verband bei. Er übernahm den Pfadfindertrupp, Karl-Otto Schmidt den Jungpfadfindertrupp. Ich konnte die aktive Gruppenarbeit aufgeben und wurde zum Stammesvorsitzenden, wie es nun hieß, gewählt: Der Stamm konnte weiterleben.
Mit Ines Kügelgen trat die erste Frau dem Stamm bei. Sie übernahm 1971 die Geschäftsführung (Kasse, Schriftverkehr, Beschaffungswesen) und entlastete damit die Leitungskräfte von dem Verwaltungsbereich, der in dem nun wachsenden Stamm beträchtlich zunahm. Im gleichen Jahr übernahmen die ersten jungen Männer, die selbst als Jungen die pfadfinderische Laufbahn in Gundelfingen durchlebt hatten, Franco Natolino und Rolf Vögele, Führungsverantwortung. 1972 trat Gerhard Joeckle in den Verband ein, schon 1973 führte er die Jungpfadfinder, bald mit seiner Frau Christel Britsch (Gerhard Joeckle ist nach wie vor Materialwart im Stamm, Anmerk. der Redaktion). Im gleichen Jahr konnte die Roverstufe im Stamm eingeführt werden. 1973 war der Stamm schon in der Lage Siegfried Wiedemer ebenfalls aus der aktiven Gruppenarbeit herauszunehmen und zum stellvertretenden Stammesvorsitzenden zu wählen. Damit war die ganze Stammesleitung von der direkten Gruppenarbeit freigestellt und konnte sich voll dem Stamm als Ganzem widmen. 1974 wurde endlich die Wölflingsstufe im Stamm begonnen: Gerda Sproll, Helga Hisam und Gabriele Schäfer bauten die neue Meute auf. Bei den Jungpfadfindern nahm Peter Vogel (verstorben 1979) seine Arbeit auf.
1975, im zehnten Jahr seines Bestehens war der Stamm so gefestigt, dass er sich die erste Verdoppelung einer Altersstufe leisten konnte: Mit Bernd Trotter, Uwe Breuer, Klaus Stührk und Thomas Schönfelder gab es zukünftig zwei Jungpfadfindertrupps.
Ein Stamm hat nie Leiter zu viel. Beruf und Familie lassen stets nur eine begrenzte Zeitspanne zur Übernahme eines Leitungsamtes zu. Aber seit 1975 gelang es der Führungsmannschaft, dem „Team“ immer wieder, sich zu ergänzen und den Stamm – inzwischen auf allen Stufen zweizügig – am aktiven Leben zu halten.

Teile dieses Artikels wurden zum 25-jährigen Jubiläum des Stammes veröffentlicht. Weitere Recherchen folgen und werden in Kürze hier veröffentlicht.
16. 06. 2015